Der Teebeutel

Es gibt Menschen die behaupten, dass ein Teebeutel mit Tee so viel zu tun habe wie ein Windbeutel mit Wind. Natürlich ist das Geschmacksache und genau wie bei losem Tee gibt es bessere und schlechtere Qualitäten. Doch wie kam es eigentlich zu der Idee, Teeblätter in einen Beutel zu stecken?

Thomas Sullivan, ein Teeimporteur aus New York, verschickte 1908 aus Sparsamkeitsgründen seine Teemuster an die Kunden nicht mehr in den bisher üblichen Büchsen, sondern in Seidenbeutelchen – der Teebeutel war erfunden und fand großen Anklang. Bei Sullivan häuften sich die Bestellungen. Weniger für seinen Tee, aber in großem Maße für die praktischen Teebeutel.

War früher noch der Leimgeschmack, der durch die Produktionsweise der Beutel bedingt war, ein Problem, so versiegelt man die Beutel heute mit Hitze. Es gibt sie in verschiedenen Formen von rund bis eckig. Gebräuchlicher als der einfache ist der sogenannte Doppelkammerbeutel, der an einem Faden in die Tasse oder die Kanne gehängt wird. Der Tee kann sich gut in ihm entfalten.

Auf dem Markt befinden sich zur Zeit drei verschiedene Beutel-Systeme:

(übernommen aus Teekanne 1995, S.79)

 

von links nach rechts:

heißgeklebter Beutel,
Einkammerbeutel ohne Klebstoff,
Doppelkammerbeutel ohne Klebstoff

 

 

In Westdeutschland betrug der Anteil des aus Teebeuteln zubereiteten Tees im Jahr 1995 21,9%, während er in Ostdeutschland einen Anteil von 46,2% erreicht. (Angaben: deutsches Teebüro)

In die Teebeutel kommen nur Fannings und Dust, also die feinsten Blatt-Teile. Durch die große Oberfläche der Partikel ist der Tee in den Beuteln besonders ergiebig und man erhält einen kräftig gefärbten Aufguss.

Die Firma Teekanne stellt in Düsseldorf mit 200 Maschinen täglich mehr als 10 Millionen Teebeutel her.

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