Tee

von der Pflanze in die Tasse

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Die Teepflanze




Botanisches

camilla sinensis

Zum ersten Mal wird der Teestrauch im Jahre 2700 vor Christi in einem chinesischen Werk erwähnt.

Seit dem 5. Jahrhundert gibt es in China und Japan das bis heute gebräuchliche Wort Ch'a für Tee.

Teepflanze, Blüte und Frucht



In alten chinesischen Schriften hatte Tee verschiedene Bezeichnungen. Man findet T'u, She, Ch'uan, Kia und Ming. Der Amoy-Dialekt kennt die Bezeichnung T'e, die von den Holländern und Engländern im 16. Jahrhundert bei der Einführung in Europa übernommen wurde.

In der botanischen Familie der Theaceae gehört die Teepflanze zur Gattung der Kameliengewächse. Es gibt zwei Arten, die Thea sinensis (auch Camellia sinensis) und die Thea assamica, auch Camellia assamica. Erstere kommt aus Gebieten in China, letztere aus Assam im Nordosten von Indien. Welche Pflanze von der anderen abstammt, darüber ist man sich bis heute noch nicht einig, doch durch die Kreuzung beider entstand die sogenannte Assam-Hybride. Sie vereint alle Vorteile der Ursprungsgewächse. Sie ist widerstandsfähig, für verschiedene Anbaugebiete und Umweltbedingungen geeignet, aromatischer, ertragreicher und dient somit für die meisten Teeanbaugebiete der Welt.

"Tee ist ein immergrünes Baumgewächs mit gelblich weißen Blüten und hartschaligen, haselnussähnlichen Früchten. Die kurzstieligen, lederartigen Blätter besitzen einen gezahnten Rand. Die Unterseite der jüngeren Blätter, sowie die Blattknospen sind mit einem feinen Flaum bedeckt, der - bei den Blatt-Tees - nach der Verarbeitung als silbriger Schimmer sichtbar ist."




Teeblüte - Boh Tea Estate, Malaysia, April 2006 - Bild vom Verfasser

Thea sinensis bleibt auch ohne Beschneiden strauchartig und erreicht eine maximale Höhe von Meter. Sie entwickelt kleinere und zartere Blätter als die Assampflanze, eignet sich besonders für gemäßigte Klimazonen und verträgt leichten Frost. Sie kann mehr als hundert Jahre alt werden.

Thea assamica wächst unbeschnitten zu einem bis zu 15 Meter hohen Baum. Sie treibt größere Blätter und bringt höhere Erträge als die Thea sinensis. Ihre Lebensdauer liegt allerdings nur bei ungefähr fünfzig Jahren. Für gutes Wachstum benötigt sie viel Wärme.



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Anbaubedingungen

In allen Erdteilen versuchte man den begehrten Tee anzubauen. 1658 pflanzte Dionysius Jonquet Teesträucher im Jardin des Plantes in Paris. Sie entwickelten sich zwar recht gut, doch nur unter Glas. Das Klima außerhalb der Gewächshäuser war nicht zur Kultur geeignet.

Der schwedische Botaniker Carl Ritter von Linné ordnete die Teepflanze in die Familie der Kamelien ein und gab ihr den Namen Camellia Thea. Auch er wollte den Tee in Europa heimisch machen, doch war es für ihn sehr schwer an Samen zu gelangen, da die Chinesen jegliche Ausfuhr verboten.

Ein Freund wollte ihm eine Pflanze von einer Reise mitbringen, doch die Reise endete am Kap der Guten Hoffnung in einem Wirbelsturm.

Der nächste Versuch schlug fehl, als ihm zwei vermeintliche Teepflanzen von seinem Freund Langström - seineszeichens Kommerzienrat - überreicht wurden, die sich dann aber als echte Kamelien entpuppten. Langström wurde von seinem chinesischen Partner, dem er die beiden Pflanzen teuer abgekauft hatte, hereingelegt.

Trotzdem wurde ein neuer Versuch gestartet, der auch - beinahe - zum Erfolg führte. Die tatsächlich echte Teepflanze hatte es schon bis in den schwedischen Hafen geschafft. Die Mannschaft stellte sie in der Kajüte auf einen Tisch, um sie später abzuholen. In der Zwischenzeit jedoch machte sich eine vorwitzige Ratte daran, die wertvolle Teepflanze abzunagen. Wieder nichts! Erst am 3. Oktober 1763 erhielt der gute Ritter Linné eine wohlbehaltene Teepflanze, die - allerdings auch nur unter Glas - ganz gut gedieh.


Robert Fortunes, der bestehende Teegärten eingehend erkundete, schrieb 1843 in seinem Buch über Teedistrikte in China und Indien: "Nach den Beobachtungen, die ich in verschiedenen Teepflanzungen im Himalaja gemacht habe, kann flaches Land für den Anbau von Tee nicht geeignet sein. Auch in China, das als Vorbild für alles, was mit dem Teeanbau zusammenhängt, betrachtet wird, liegen Teeplantagen niemals in der Ebene. Die Pflanze benötigt einen guten , gesunden Boden, leichten Lehm, mit Sand und Humus vermischt. Auf keinen Fall darf der Boden sauer sein. Die Erde, auf denen in den Bergen jetzt Hirse und Weizen wächst, ist für den Anbau von Tee gut geeignet. Die in Indien oft praktizierte Bewässerung dürfte für den Tee nicht zweckmäßig sein..."


Die Kultivierung von Teepflanzen ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig:



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Anspruch an das Klima

Allgemein benötigt die Teepflanze warme Tage, eine lange Sonnenscheindauer, hohe Luftfeuchte und ausreichend Regen.

Die mittlere Jahrestemperatur sollte günstigsterweise zwischen 18 und 30°C liegen. Bei Durchschnittstemperaturen unter 13 und über 30°C ist keine Teekultur möglich. Die Pflanze verträgt nur mäßigen Frost. Die Sprossentwicklung und damit der Ertrag, stehen in linearer Beziehung zur Temperatur. Aus den klimatischen Bedürfnissen der Teepflanze ergibt sich, dass ein lohnender Anbau zwischen dem 42. nördlichen Breitengrad und dem 27. südlichen Breitengrad in einer Höhe über 0 bis 2200 Meter möglich ist. Die Konzentration einiger Teebestandteile im Blatt und somit letztlich der Geschmack ist von der Höhenlage und dem Breitengrad abhängig.

Die Sonnenscheindauer muss täglich mindestens vier Stunden betragen, die Niederschläge sollten gleichmäßig über das Jahr verteilt sein und mindestens 1600 Liter jährlich betragen.



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Anspruch an den Boden

Die Berglage wurde von den Chinesen nicht nur wegen der verbesserten Sonnenbestrahlung bevorzugt, sondern auch, da die Teepflanze keine "nassen Füße", also keine Staunässe verträgt. Da die Teepflanze sehr lange "Füße" hat - ihre Pfahlwurzel kann bis zu sechs Meter lang werden - lässt sich an den Berglagen eine Entwässerung einfacher verwirklichen als in der Ebene.

Ansonsten sind die Ansprüche der Teepflanze an den Böden nicht besonders groß. Tee wächst auf verwittertem Gneis oder Granit, auf vulkanischen Böden, aber auch auf Böden mit hohem Sandanteil.


In Südindien wird der Tee auf Latosolen, in Bangladesch, China, Sri Lanka und Taiwan auf rot-gelben Podsolen und rot-braunem Laterit angebaut. In Nordostindien, in Assam, sind es alluviale Böden, in Darjeeling Sedimentgestein. In Indonesien werden die Böden als Andosole klassifiziert, während in Afrika Tee meist auf Böden vulkanischen Ursprungs angebaut wird.


Der organische Anteil der Böden variiert sehr stark. Er liegt zwischen 1% in stark ausgelaugten tropischen Böden und bis zu 30% in torfhaltigen Böden. Ein großer Teil der Biomasse der Teepflanze, der nicht geerntet wird, gelangt wieder zurück in den Boden. Dadurch erhöht sich der Anteil der organischen Masse im Boden langsam.

Allen geeigneten Bodentypen ist gemeinsam, dass für die Bildung und Erhaltung hohe Niederschläge erforderlich sind. Der Boden muss eine leicht saure Reaktion aufweisen, pH-Bereiche zwischen 6 und 7 stellen die obere Grenze dar. Der günstige Bereich liegt zwischen 5 und 5,6.

Die lange Wurzel verlangt einen tiefgründigen, gut durchlüfteten Boden ohne Staunässe.

Indikatorpflanzen, welche auf typischen Teeböden gut wachsen, sind aluminiumspeichernde Pflanzen wie Albizza spp (Leguminosen) u. a.


Vor allem bei Neupflanzungen steht das Beseitigen von "Unkraut" an erster Stelle. Wenn sich nach einigen Jahren das Blätterdach der Pflanzen geschlossen hat, wird nur noch selten gejätet. Herbizide werden normalerweise nur bei alten Beständen eingesetzt.



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Sonstige Ansprüche an das Klima

Da der Pflanze zu starke direkte Sonneneinstrahlung schadet, schützt man sie in vielen Gärten durch in die Plantage gepflanzte Bäume. Der Grundgedanke dabei war, der Pflanze ihr ursprüngliches Standortklima als Unterwuchspflanze in Regenwäldern wiederzugeben. Allerdings hat man herausgefunden, dass zu einer optimalen Erntemenge eine optimale Sonnenintensität gehört, so dass sich, je nach Gartenlage, die Pflanzung von Schattenbäumen positiv oder negativ auf den Ertrag auswirkt.

Doch haben Bäume in der Plantage noch weitere Vorteile. Vor allem in Assam ist der Neem Baum verbreitet, der mit dem Duft seiner Blüten Schädlinge vertreibt, oder der Indigo Ferra und andere Leguminosen, die die Fähigkeit besitzen, Stickstoff aus der Luft zu binden und ihn über die Wurzeln an den Boden abzugeben. Außerdem wirken die Bäume der Erosion entgegen und bieten Vögeln und anderen Schädlingsvertilgern einen Unterschlupf. Auch dienen sie als Windschutz und ihre herabfallenden Blätter fördern die Humusbildung.




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Hauptanbaugebiete der Welt


Teeanbaugebiete der Welt

Japan Indonesien: Java
China: Amoy-Kwantung Malaysia
China: Keemun, Szechuan Taiwan
China: Yünnan Neuguinea
Indien: Assam Uganda
Bangladesch Kenia
Indien: Darjeeling Tansania
Indien: Kachar Angola
Indien: Dehra Dun Kongo
Iran Simbabwe
Armenien, Georgien, Türkei Mosambik
Indien: Nilgiri, Travancore Zaire
Sri Lanka Peru
Vietnam Argentinien
Indonesien: Sumatra Brasilien: Minas Gerais



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Anbaugebiete in Indien und Sri Lanka

Im letzten Jahrhundert begann man mit Samen aus China Teepflanzen im botanischen Garten von Kalkutta heranzuziehen. Die so gewonnenen Pflanzen wurden in das über tausend Meilen entfernte Assam gebracht.


Hauptanbaugebiete in Indien und Sri Lanka

Teeanbaugebiete in Indien und Sri Lanka

Hauptanbaugebiete in Indien und Sri Lanka (Ceylon)



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Entwicklung der Teeanbaufläche und des Ertrages von 1890 bis 1990 in Indien


Entwurf vom Verfasser nach Zahlenmaterial des Tea Board of India 1995



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Vermehrung

Früher wurden neue Teepflanzen fast ausschließlich durch Samen (generativ) vermehrt. Man bevorzugte gute Blüher, die jedoch durchweg schlechte Blattproduzenten sind. Durch das Kreuzen der Assam-Pflanze und der chinesischen Pflanze entstanden Hybriden, die die guten Eigenschaften der beiden Arten vereinen.


Seit den sechziger Jahren schneidet man von besonders ertragreichen und gesunden Pflanzen Stecklinge zur Vermehrung (vegetative Vermehrung). Dies wird als clonen bezeichnet, die gewonnenen Pflanzen als Clone. Sie haben alle exakt die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Es wird versucht durch Auswahl ertragreicher und möglichst krankheitsresistenter Pflanzen immer bessere Clone zu entwickeln.

In der sogenannten Tea nursery, der Pflanzschule, werden 2 bis 4 cm lange Stecklinge aus einem geeigneten Trieb geschnitten. Sie haben jeweils ein Blatt. Man steckt sie zum Bewurzeln in Anzuchtbeete oder in kleine, mit Erde gefüllte Plastiksäckchen. Nach ungefähr sechs Monaten gewöhnt man die bis dahin im Schatten gewachsenen Stecklinge an die Sonneneinstrahlung. Wenn die Pflanzen eine Höhe von 40 bis 50 cm erreicht haben, werden sie auf der Plantage eingesetzt. Nach drei bis fünf Jahren ist die Pflanze pflückreif.


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