Produktion und Export wichtiger Tee-Erzeugerländer in Asien

Die größten Erzeugerländer sind nicht unbedingt auch die größten Exporteure von Tee. Die afrikanischen und lateinamerikanischen Produzentenländer exportieren beinahe ihre gesamte Teeproduktion, während viele Anbauländer in Asien den größten Teil selbst konsumieren.

Entwurf nach Zahlenmaterial des Tea Board of India 2003

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ausgewählte Teeproduzenten – jährliche Produktion und Export

Entwurf nach Zahlenmaterial des Tea Board of India 2003

Aus den produzierenden Ländern kommt der größte Teil des Tees heute mit großen Containerschiffen nach Europa und Amerika. Die VIPS des Tees, wie zum Beispiel der erste First Flush aus Darjeeling, auf den Teegenießer in Europa schon sehnsüchtig warten, werden zum Teil mit dem Flugzeug transportiert. Das lässt die Transportzeit natürlich um einiges schrumpfen, was vom Preis allerdings nicht gerade gesagt werden kann. Dafür kann Tee, der heute in Darjeeling geerntet wird, bereits nach drei Tagen in Europa oder Amerika getrunken werden!

Die ersten Teehändler, die Tee nach Europa brachten, waren die Araber. Sie transportierten neben Gewürzen, Weihrauch und Seide seit dem 9. Jahrhundert auch grünen Tee – teils über den Landweg, teils auf dem Seeweg. Der Tee, der auf dem Landweg gebracht wurde, war geschmacklich besser. Durch den langen Transport in den feuchten Schiffsbäuchen nahm der Tee einen leicht modrigen Geschmack an, und somit war der erzielte Preis nicht so hoch.

Trotzdem konnte man sich mit dem Teehandel ein ordentliches Vermögen anhäufen. Über Heinrich Schliemann heißt es beispielsweise, dass er den Baumwollhandel aufgab, da er zu teuer wurde. Statt dessen begann er mit Tee zu handeln. So verdiente er einen Teil seines Millionenvermögens und hatte genügend Kleingeld, um Troja ausgraben zu lassen.

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Abhängigkeit der Produktionsländer

Da sich viele der Teeproduktionsländer unter dem Einfluss ihrer ehemaligen Kolonialherren auf wenige Exportgüter, oft sogar nur auf den Tee, spezialisiert haben, sind sie extrem vom Weltmarktpreis abhängig. Sinkt er, so fehlen wichtige Deviseneinnahmen, die sie z. B. zum Kauf von Gütern aus den Industrieländern benötigen.

Die Rohstoffpreise und somit auch die Teepreise, schwanken sehr stark. Sie unterliegen außerdem noch Spekulationen (z. B. Warentermingeschäften), die den Weltmarktpreis noch unberechenbarer machen.

Die meisten Teeproduktionsländer gehören zu den „Entwicklungsländern“. Sie liefern vor allem Rohstoffe an die Industriestaaten Von den Industrienationen erwerben sie Industrieprodukte. Die Preise für Industrieprodukte steigen in den letzten Jahren aber viel schneller, als die für Rohstoffe. Der Kaufkraftverlust, der durch das sinkende reale Austauschverhältnis (Terms of trade) entsteht wird in den meisten Entwicklungsländern auf die unteren Bevölkerungsschichten abgewälzt. Das bedeutet: steigende Preise bei gleichbleibenden Löhnen – kurz Inflation.

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Verschlechterung der Austauschverhältnisse im Teehandel

1972 benötigte Sri Lanka den Erlös von 5 Tonnen Tee, um einen Traktor zu importieren.

1982 musste für ein Traktor gleichen Typs der Erlös von 13 Tonnen aufgebracht werden.

Dieses Realaustauschverhältnis zwischen exportierten und importierten Gütern nennt man Terms of Trade.

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In den Anbauländern werden immer mehr Flächen für die Produktion des Luxusgutes Tee verbraucht. Dieser Boden fehlt zur Produktion von Lebensmitteln, die eigene Lebensmittelversorgung ist gefährdet, und viele Länder müssen daher Nahrungsmittel teuer im Ausland kaufen.

Sinken die Exporteinnahmen, steigern die Teeproduzenten ihre Anbaumenge. Dadurch steigt das Tee-Angebot auf dem Weltmarkt und der Preis fällt weiter.

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