Teegärten in Darjeeling

Etwa 186 000 Arbeitsplätze entfallen auf die Teeplantagen in diesem Distrikt. 1994 wurden knapp 11 000 Tonnen Tee produziert. (Interview mit Ranen Datta am 4. März 1996) Das entspricht etwa der Menge von 66 000 000 000 (66 Milliarden) gepflückten Schösslingen.

Das Klima wird durch eine kühle Jahreszeit zwischen Dezember und März, der Monsunzeit mit starken Regenfällen zwischen Juli und September, sowie den dazwischenliegenden trocken-warmen Abschnitten bestimmt. Von ihm hängt auch das Wachstum des Teestrauches, sowie die Qualität der geernteten Blätter ab.

Beim Wachstum gibt es Ruheperioden (Banjhi Cyclus), in denen sich, nach kräftigem Wachstum der Sprosse, eine relativ inaktive Periode anschließt. Das Wachstum zwischen den Ruheperioden wird als flush bezeichnet:

 

  • First-flush: Die Pflückung während der ersten Wachstumsperiode nach der Winterpause. Sie erfolgt im März und April. Der erste Tee erzielt sehr hohe Preise und wird teilweise mit dem Flugzeug in die Verbraucherländer transportiert.
  • Second-flush: Die zweite Pflückung schließt sich direkt an die erste an. Es entstehen ebenfalls qualitativ hochwertige Tees. Der Aufguss in der Tasse ist kräftiger und dunkler.
  • rain-flush: (bread and butter teas) Die Pflückung während der Regenzeit zwischen Juli und September ergibt eine mindere Teequalität, bedingt durch den Regen wächst die Teepflanze sehr rasch. Diese Tees entsprechen dem Anspruch des europäischen Verbrauchers in der Regel nicht und werden nicht exportiert.
  • autumn-flush: Die anschließende Herbstpflückung ab Oktober dauert bis zur Wachstumspause im Dezember und bringt noch einmal gute Qualitäten hervor.

Ein großer Teil der Teegärten in Darjeeling sind schon über hundert Jahre alt. Trotz des Alters leidet der Ertrag der Plantage nicht. Natürlich werden alte und schwache Pflanzen ausgetauscht, doch ist dies sehr teuer, denn eine neu gesetzte Pflanze kann in Darjeeling erst nach sieben bis acht Jahren wirtschaftlich gepflückt werden.

Kauft man in einem Geschäft Darjeelingtee, auf dessen Packung nicht „100% Darjeeling“ oder „reiner Darjeeling“ steht, können bis zu 40% des Inhaltes aus anderen Anbaugebieten stammen. „Lediglich 60% reiner Darjeeling müssen in der Packung sein. Das ist es, was die Deutschen wollen. Erst vor vier Jahren haben wir das Darjeelingsiegel zum Zeichen für wirklich 100% Darjeelingtee gemacht!“ (Gespräch mit RANEN DATTA, Repräsentant Darjeeling Planters Association, 2. März 1996)
Seit 2011 darf in der EU nur noch Tee als Darjeeling verkauft werden, der auch tatsächlich zu 100% aus der Region im Nordosten Indiens stammt.

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