sonstige Klimabedingungen

Da der Pflanze zu starke direkte Sonneneinstrahlung schadet, schützt man sie in vielen Gärten durch in die Plantage gepflanzte Bäume. Der Grundgedanke dabei war, der Pflanze ihr ursprüngliches Standortklima als Unterwuchspflanze in Regenwäldern wiederzugeben. Allerdings hat man herausgefunden, dass zu einer optimalen Erntemenge eine optimale Sonnenintensität gehört, so dass sich, je nach Gartenlage, die Pflanzung von Schattenbäumen positiv oder negativ auf den Ertrag auswirkt.

Doch haben Bäume in der Plantage noch weitere Vorteile. Vor allem in Assam ist der Neem Baum verbreitet, der mit dem Duft seiner Blüten Schädlinge vertreibt, oder der Indigo Ferra und andere Leguminosen, die die Fähigkeit besitzen, Stickstoff aus der Luft zu binden und ihn über die Wurzeln an den Boden abzugeben. Außerdem wirken die Bäume der Erosion entgegen und bieten Vögeln und anderen Schädlingsvertilgern einen Unterschlupf. Auch dienen sie als Windschutz und ihre herabfallenden Blätter fördern die Humusbildung.

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Hauptanbaugebiete der Welt

Teeanbau in verschiedenen Regionen der Erde

 

Asien Afrika
Japan Angola
China: Amoy-Kwantung Kenia
China: Keemun, Szechuan Kongo
China: Yünnan Mosambik
Bangladesch Simbabwe
Indien: Assam Tansania
Indien: Darjeeling Uganda
Indien: Kachar Zaire
Indien: Dehra Dun
Indien: Nilgiri, Travancore
Sri Lanka Südamerika
Armenien, Georgien, Türkei Argentinien
Iran Brasilien: Minas Gerais
Vietnam Peru
Indonesien: Sumatra
Indonesien: Java
Malaysia
Taiwan .
Neuguinea .


Indien und Sri Lanka

Im letzten Jahrhundert begann man mit Samen aus China Teepflanzen im botanischen Garten von Kalkutta heranzuziehen. Die so gewonnenen Pflanzen wurden in das über tausend Meilen entfernte Assam gebracht.

Hauptanbaugebiete in Indien und Sri Lanka (Ceylon)

 

  • Assam
    Das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt. Es liegt in Nord-Indien zu beiden Seiten des Brahmaputraflusses. Die Tees von hier sind vollmundig, malzig und kräftig im Geschmack, der Aufguss hat eine dunkle Farbe. Assamtee ist Hauptbestandteil der ostfriesischen Mischung.
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  • Darjeeling
    Auf dieses Anbaugebiet werde ich in Kapitel pflücken & verarbeiten“ ausführlich eingehen.
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  • Dooars
    Anbaugebiet zwischen Assam und Darjeeling
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  • Nilgiri
    Anbaugebiet im Süden Indiens. Aufgrund des Klimas kann das ganze Jahr über geerntet werden. Die qualitativen Höhepunkte liegen Ende Juli bis Anfang August sowie Dezember bis Februar. Der Geschmack ist den herben Tees aus Sri Lanka sehr ähnlich.

Entwicklung der Teeanbaufläche und des Ertrages in Indien

Entwurf vom Verfasser nach Zahlenmaterial des Tea Board of India 1995

Vermehrung

Früher wurden neue Teepflanzen fast ausschließlich durch Samen (generativ) vermehrt. Man bevorzugte gute Blüher, die jedoch durchweg schlechte Blattproduzenten sind. Durch das Kreuzen der Assam-Pflanze und der chinesischen Pflanze entstanden Hybriden, die die guten Eigenschaften der beiden Arten vereinen.

Seit den sechziger Jahren schneidet man von besonders ertragreichen und gesunden Pflanzen Stecklinge zur Vermehrung (vegetative Vermehrung). Dies wird als clonen bezeichnet, die gewonnenen Pflanzen als Clone. Sie haben alle exakt die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze. Es wird versucht durch Auswahl ertragreicher und möglichst krankheitsresistenter Pflanzen immer bessere Clone zu entwickeln.

In der sogenannten Tea nursery, der Pflanzschule, werden 2 bis 4 cm lange Stecklinge aus einem geeigneten Trieb geschnitten. Sie haben jeweils ein Blatt. Man steckt sie zum Bewurzeln in Anzuchtbeete oder in kleine, mit Erde gefüllte Plastiksäckchen. Nach ungefähr sechs Monaten gewöhnt man die bis dahin im Schatten gewachsenen Stecklinge an die Sonneneinstrahlung. Wenn die Pflanzen eine Höhe von 40 bis 50 cm erreicht haben, werden sie auf der Plantage eingesetzt. Nach drei bis fünf Jahren ist die Pflanze pflückreif.